Meine persönliche Olympiade II

Der Moment, in dem mein Kopf die eiskalte Wasseroberfläche durchbricht. Mein gesamter Körper ist angespannt, mein Atem stockt und trotzdem schwebe ich zwischen Schmerz und Euphorie. Ich tauche wieder auf, sauge die – im Vergleich zum Wasser – warme Luft ein. Und schwimme noch 3-4 Züge. Ich kann die Energie nicht zurückhalten und pruste sie in einem tiefen Ton aus meinem Körper. Wendung um 180 Grad, wieder 3 Züge und dann stehe ich abrupt auf. Nur noch meine Beine stehen im Wasser, doch mein ganzer Körper ist erfüllt von diesem Prickeln. Ich schreite mit ausladenden Bewegungen in Richtung Ufer. Der Wind packt meinen Körper und es schüttelt mich. Endlich am Ufer und doch ein bisschen traurig, dass es schon wieder vorbei ist. Badeanzug aus, ab ins Handtuch und die Wärme geniessen. Mit nackten Füssen in den Blättern aus dem letzten Herbst. Herrlich.

Eisbaden ist mein neues Montagshobby. Da habe ich nämlich frei und kann gleich, nachdem ich Mala bei ihrer reizenden Tagesmutti abgeliefert habe, in den See waten. Heute war der erste Tag, an dem die Sonne da war. Geregnet und geschneit hat es auch schon. Aber ich muss zugeben: ich liebe die Witterung auf meiner Haut. Inspiriert hat mich eine Erfahrung, die ich beim Wanderausflug mit einer Familiengruppe des DAV (Deutscher Alpenverein) gemacht habe. Am Ende der wunderbaren Runde mit den «Schneehasen», hatten wir einen kurzen Aufenthalt in Radolfzell. Wer das hübsche Städtchen schonmal besucht hat, weiss, dass der Bahnhof direkt am Ufer des Sees liegt. Es war einer dieser Sonntagabende im Frühjahr, an denen die Sonne zum ersten Mal den Abend bescheint. Überall Jugendliche, Familien, turtelnde Pärchen, ältere Menschen, die den Abend ausklingen lassen. Da schleicht sich ein spitzbübisches Lächeln auf das Gesicht von Patricia, einer der Mamis in der Runde. «Also ich muss da jetzt rein!» Sie beginnt sich ausziehen und ich fühle, wie ich es ihr gerne gleichtun würde, aber doch ein wenig Respekt vor den vielen Menschen um uns herum habe. Patricia ist inzwischen splitternackt und rennt in den See. Ich halte Mala und ihre Tochter davon ab sich auch auszuziehen. Als Patricia zurück ist, zieht ihr Mann blank und rennt der tief stehenden Sonne entgegen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich meine Entscheidung getroffen und fange an mich auszuziehen.

Patrik ist inzwischen zurück und neben mir taucht ein fremder Mann auf. Er spricht nur Hermann an: «Bruder, das kannst du nicht machen! Hier sind Frauen, meine Tochter! Du kannst nicht einfach dein Ding zeigen!» Ich lausche dem Ganzen, während ich mich direkt neben dem Mann ausziehe. Hermann und Patricia geben in ruhigem Ton zurück: «Da ist doch nichts Schlimmes dabei.» Das sieht der Mann neben uns anders. Ich fühle mich trotz meiner Nacktheit dazu verleitet zur Diskussion beizutragen: «Weisst du, hier darf man das. Ob es die gefällt oder nicht.»

Retrospektive: Dabei denke ich an die Situation als Daniel auf unserer Reise von einem Iraner darauf angesprochen worden ist, dass er keine langen Hosen an hat. Es war derselbe Satz: «Hier sind Frauen, meine Schwestern, meine Töchter. Da kannst du nicht deine nackten Waden zeigen.»

Der fremde Mann versucht mich so gut wie er kann zu ignorieren und ich beginne in Richtung Wasser zu laufen. Mala schreit mir noch hinterher: «Wiiiiiiiilll aaaaaauch miiiiiit!» Ich werfe ihr ein kurzes «Mami ist gleich wieder da!» zu und kann sicher sein, dass Patricia sie daran hindern wird mir ins Wasser hinterherzusteigen. Ich renne also los, lasse mich ins Wasse fallen, geniesse das Kribbeln, stehe wieder auf, renne zurück. Der Mann ist immernoch da und versucht mich nicht anzusehen. Ich beginne mich wieder anzuziehen. Da kommt eine ältere Frau auf unsere Gruppe zu und keift bereits von Weitem: «Lass die Leute doch. Die tun doch Niemandem was!» Der Mann ist ein wenig perplex. Hermann hat inzwischen seinen Ausweis herausgeholt und hält ihn dem Fremden hin und sagt ruhig: «Zeig mich gerne an.» Die Frau wird immer beleidigender in ihren Worten und ich kann nur denken: Warum haben wir so wenig Verständnis füreinander? Warum keift sie ihn an, obwohl er seinen Standpunkt ganz normal vorgetragen hat? Warum nutzt sie diesen Moment, um einfach mal einen Ausländer dumm anzumachen? Ich überlege kurz dazwischen zu gehen, doch dann lässt sie von ihm ab. Er geht zurück zu seiner Familie. Wir packen unser Zeug und rennen zu unserem Zug, den wir gerade so bekommen.

Ich muss an die Szene denken, als so langsam die Wahlplakate für die Landtagswahl in Baden-Württemberg die Strassen säumen. Auch die der AfD. Die Fremdenhass schüren. Die so tun, als würden Ausländer uns etwas wegnehmen und mit keinem Wort erwähnen, dass sie all die Arbeit machen, für die sich dich meisten Deutschen zu gut sind. Und wieder frage ich mich: Was können wir tun, um als Gesellschaft nicht zu zerbrechen? Einfach in der Mitte durch. Und Gräben schaffen, die wir nie wieder überwinden können und die uns nahe an den Rand von etwas bringen, von dem ich nie gedacht hätte, dass wir auch nur in die Nähe davon kommen: Nationalsozialismus. Diktatur. Massenmord.

Was gibt es für Formate, in denen wir wieder in einen Austausch anstatt in ein gegenseitiges Anbrüllen kommen? Wo sind unsere Gemeinsamkeiten, die uns, wenn auch nur kurz, verbinden? Für so lange, dass wir uns nur ein wenig in den anderen Versetzen können.

Ganz ehrlich: ich habe die Ansicht des fremden Mannes verstanden. Ich halte sie nicht für richtig. Aber ich verstehe, wo sie herkommt. Wie sie sich anfühlen muss. Dagegen fühle ich keinerlei Emphatie für die Frau. Interessante Erkenntnis.

Also Leute, ihr wisst jetzt, was kommt: Geht wählen. Und wenn du AfD wählen willst, dann würde ich mich gerne auf einen Kaffee mit dir treffen. Ohne Agenda, ohne dich überzeugen zu wollen. Aber voller Interesse dafür, warum du diese Entscheidung getroffen hast. Lass mich lernen.

Oder wir gehen gemeinsam Eisbaden – wenn du dich traust😉

Meine persönliche Olympiade

Morgens halb 8, strömender Regen. Ich knie vor meinem 60-er Jahre Damenrad und versuche völlig entnervt die Kette am Kettenschutz vorbei wieder auf das vordere Zahnrad zu fädeln. Mala wimmert im Anhänger: «Maaaaaaaamaaaaa, will raaaaaaaus!» Während ich fummle, läuft mein Hirn auf Hochtouren: «Doch den Bus nehmen? Mala bei ihrer Tagesmutter abliefern und dann mit einem anderen Bus weiter zum Bahnhof, um meinen Zug nach Zürich zu bekommen?» Ich versuche abzuschätzen, ob sich das zeitlich ausgeht.

Neben mir eine Stimme: «Kann ich Ihnen helfen?» Die grossen, offenen Augen eines jungen Mannes strahlen mich an. Ich könnte ihn umarmen, begnüge mich aber damit ein inbrünstiges «Ja!» auszustossen. Wir versuchen kurz mit drei Händen die Kette wieder einzuhängen, klappt nicht. Also Anhänger abhängen, Rad umdrehen, damit wir besser arbeiten können. Er: «Vielleicht mal wieder ölen?». «Mein normales Rad ist in der Reparatur.» versuche ich mich zu verteidigen und denke an mein schlankes, stylisches Cube Nuroad mit dem kleinen, aber genau passenden Bosch Motor, das mir schon mehr Komplimente eingebracht hat als irgendein Outfit. Die Schönheit ist aber leider beim Mech, weil das Rücklicht aufgegeben hat.

Der satte Klang einer einrastendenden Kette reisst mich aus meinen Gedanken. Wir haben es geschafft! Wäre nicht das Rad zwischen uns, hätte ich den jungen Mann wohl geküsst, doch er kommt nochmal davon mit einem begeisterten «Danke dir!» meinerseits, das ein honigkuchenpferdstrahlendes Lächeln in sein Gesicht zaubert. Dann reisse ich mich von seinem Anblick los, drehe das Rad um, hänge den Hänger an und tue den ersten, vorsichtigen Tritt mit angehaltenem Atem. Die Kette greift. Leider bin ich im höchsten Gang, traue mich aber nicht zu schalten. Also starte ich im Stehen durch. Mit 12 Kilo Kind und nochmal so viel Anhängermasse, die mich kaum von der Stelle kommen lassen. Der junge Mann fiebert mit und schaut mir zu, wie ich mit voller Power in die Pedale trete. Ich gebe zu: Ich stöhne dabei lautstark, weil es ECHT ANSTRENGEND ist. Ich bin grade 100 Meter gekommen, als mir meine Nachbarn mit ihrem Hund begegnen. Der radbegeisterte Mann höhnt: «Ist das Nuroad kaputt?» Ich presse zwischen zwei Tritten ein «Jaaaaaa, Rücklicht!» heraus und versuche den Schwung nicht zu verlieren. Aus dem Augenwinkel sehe ich den jungen Mann hinter mir her radeln – ich hebe nochmal die Hand und biege dann ab, den Berg hinunter. Ich nutze die Talfahrt, um wieder Atem zu schöpfen. Rote Ampel. Ich fluche und bremse mit den viel zu leicht eingestellten Felgenbremsen. Knapp vor dem Bordstein kommen wir zum Stehen.

Ich nehme es nicht so genau und strample dann doch bei Rot über die Strasse, noch eine Kurve, dann sind wir da. Ich springe vom Rad, schnalle Mala hab, hebe sie aus dem Anhänger. Sie unter einem Arm, mit den Füssen baumelnd, ihren Rucksack in der anderen Hand, hetze ich die vier Treppen, zwei Stockwerke zur Haustür ihrer Tagesmami Alex hoch. Blitzschnell ziehe ich ihr Gummistiefel, Jacke, Schal, Mütze aus, drücke ihr einen Kuss auf die Backe und schiebe sie durch die Tür.

Jetzt gilts. Also Treppen runterrennen, Anhänger wieder abhängen, zu einem Kinderwagen umbauen, rauf auf den Drahtesel und gegen die erlaubte Richtung auf den Radweg. Bei der nächsten Abfahrt frage ich mich kurz, was jetzt wohl passieren würde, wenn das Rad einfach auseinanderfiele – was mich nicht sehr wundern würde. Ich verdränge den Gedanken und hole alles aus mir und dem fragilen Rahmen unter mir heraus. Ich sehe schon den Radständer und halte fokussiert darauf zu. Runter vom Rad, Helm runter, alles anschliessen. Dann der bange Blick auf die Uhr. Noch 9 Minuten. Yes. Ich schwebe beschwingt in Richtung Bahnhof und wundere mich gar nicht, dass die Leute mich anstrahlen – schliesslich habe ich gerade eine völlig unvorteilhafte Ausgangssituation in eine Goldmedaillen- Chance verwandelt – und das sieht man mir sicher an. Ich hechte die letzten Meter zum Bahnhof die Treppen hinaus und fühle mich wirklich wie auf Goldkurs. Erst in der Spiegelung, die mir die Zugtür entgegenwirft, erkenne ich den wahren Grund der Heiterkeit meiner Mitmenschen: Mala hatte am Morgen darauf bestanden, dass ich die Nikolaus-Mütze anziehe. Diese leuchtet rot von meinem erhitzen Kopf. Was soll`s. Ich grinse mein Spiegelbild an und steige in den Zug. Geschafft! Applaus. Standing Ovations. Ich auf dem Treppchen😉

Warum mir der Vergleich in den Kopf kommt? Ganz im Gegensatz zu sonst, muss ich mir 2026 jeden Morgen die Zusammenfassung der olympischen Winterspiele in Mailand/ Cortina anschauen. Ich bestaune die Sportlichkeit, die Kameradschaft, die Grösse, auch der Sportlerinnen und Sportler, die den grossen Traum von einer Medaille nicht erreichen. Ich bin tief berührt vom Zauber eines Teils der Menschheit, für die der Sport alles ist, die aber trotzdem dem oder der Besseren die Hand schütteln können, sich teils sogar mit freuen können. Ich finde die Welt braucht das gerade so sehr. Inmitten all des Hasses, der Hetze, finde ich meine Insel in Sportlerinnen und Sportlern, die ohne Nationalität antreten, sich aus ganzem Herzen freuen und so viel Emotionen zeigen – auch Wut, Trauer, Fassungslosigkeit. Ich komme wieder nicht umhin mich zu fragen, wie wir es schaffen auch ausserhalb dieser Mega-Events eine tiefe Verbundenheit zwischen uns als Menschen zu schaffen – und uns dabei auf unsere Gemeinsamkeiten zu stützen, anstatt auf das, was uns trennt? Any ideas?

Ich sitze im Zug und geniesse mein Frühstück, während ich den Eislauf-Damen bei ihren beeindruckenden Drehungen und Wendungen zu sehe. Und fühl mich ein bisschen, wie eine von ihnen – bloss ohne das grosse Publikum. Ich feiere mich selbst. Das darf man auch mal.

Woche 1 Türkei

Eigentlich war ja geplant, dass ich ein bisschen in der Türkei rumhänge, damit ich meine letzte Arbeitserfahrung verarbeiten kann. Doch dann kam das Erdbeben und damit die Entscheidung mich nützlich zu machen. Ich habe vor 5 Jahren so viel Gastfreundschaft in diesem Land erfahren, da erscheint es mir nur recht und billig, wenn ich meine freie Zeit einsetze, um den Türk*innen in dieser Situation auch nur ein bisschen beizustehen.

Abfahrt 19:00 Döbele Konstanz. Natürlich ist der Flixbus eine halbe Stunde zu spät und es ist kalt. aber hey. In München angekommen nehmen wir uns erstmal ein Hotel, weil unsere lieben Freunde den Schlaf der sonst schlaflosen Eltern schlafen. Am nächsten Morgen geht es dann erstmal auf die afghanische Botschaft. Nur ein Seitenschauplatz, aber trotzdem unglaublich: Ali und ich können nicht heiraten, weil der deutsche Staat keine von den Taliban unterschriebenen Dokumente anerkannt. Da zweifel ich manchmal an der mentalen Gesundheit unserer Politiker*innen. Die afghanischen Botschaften in D werden nicht mehr bezahlt und machen ihr eigenes ding. Vielleicht gut, weil Botschaftsgebiet auch immer Staatsgebiet ist und Ali in alle Staaten ausser Afghanistan reisen darf. Weil er sonst seinen Asylschutz verliert. Auch geil. Wir versuchen es also.

Erst will mich die Dame am Empfang nicht reinlassen, weil ich Ausländerin bin. Denkste. Ali stellt sich brav überall an, ich spiele derweil mit all den Kindern, die gelangweilt darauf warten, dass ihre Eltern den Papierkram erledigt kriegen. Schweizer Schokoloade spielt eine nicht unerhebliche Rolle um den Lagerfrieden zu gewährleisten. Nach 6 Stunden reisst mir allerdings der Geduldsfaden. Ich brülle den Mann hinter dem Schalter an und hämmere so lange an die Tür des Konsul bis dieser öffnet. Dann gehts auf einmal schneller. Faszinierend. Wir haben an diesem Abend eine Tazkira, Alis afghanischen Ausweis zu feiern. Zum Heiraten reicht das leider nicht. Man braucht ja eine Ledigkeitsbescheinigung. Ich kotze fast.

Nach dem Rummel muss ich am nächsten Tag erstmal in die Thai Massage und abends geht es dann an den ZOB. 33 Stunden geplante Busreise von München nach Istanbul. Bus kommt nicht. Wir werden auf einen anderen Bus umgebucht. Der kommt eine Stunde später. Läuft.

Die Busfahrt vergeht in verschiedenen Wach-und Schlafphasen, Ausweiskontrollen und einem Streit mit dem Typen zwei Sitze hinter mir, dem ich – wohlgemerkt in Bulgarien, wo Meinungsfreiheit herrscht – sage, dass ich nicht bereifen kann, wie man Erdogan wählen kann. Zumal der Herr Kurde ist und wir alle wissen, wie widerlich Erdogan mit dieser Volksgruppe umspringt. Er will mir eine reinhauen, traut sich aber dann doch nicht, als ich ihm die Backe hinhalte. Nie will sich jemand mit mir prügeln. Sowas.

Endlich in Istanbul holt mich der liebe Sarper ab, einer unserer warmshower hosts vor 5 Jahren. Ich darf mich ins Bett kuscheln und so lange schlafen wie ich muss. Meine Beine sind elefantös und ich hoffe inständig, dass die irgendwann wieder normal werden.

Die Zeit bis zu meiner Abreise nach Ankara vertreiben wir uns mit ein paar Touristenattraktionen. U.a. den Prinzeninseln und dem Topkapi Museum. Wir schlemmen nach Herzenslust und Sarper muss mir immernoch ein Dessert reindrücken. Ich krieg schon wieder Türkei – Schwimmringe um die Hüften.

Und jetzt sitze ich auf einem Hotelbalkon in Ankara und warte darauf, dass ich morgen das erste Mal mit zu den Waisenkindern darf. Ich freu mich schon meinen Koffer mit lauter Kram zu öffnen, mit dem ich selbst gerne spielen würde.

Ich lass hören, wir es läuft. Güle Güle

Katastrophe

Ich schaue ja selten Nachrichten. Einfach, weil ich eh alles wichtige sonstwie mitbekomme. Wie das Erdbeben in der Türkei. Erschütternd. Da ich ja gerade “zwischen zwei Jobs bin”, auch brav Bewerbungen aus der Türkei schreiben kann und sich alle um Sälli kümmern, ist es mein Privileg in die Türkei zu reisen und den Menschen dort ein bisschen Hoffnung schenken zu dürfen. Seid ihr dabei?

wanderwonder hat also diesmal noch einen anderen wichtigen Grund, ausser einfach, nachhaltig, reisen. Los geht´s morgen Abend ab München mit dem Bus nach Istanbul. Von dort nach Gerze und dann hoffe ich, dass meine lieben Freunde in der Türkei eine NGO gefunden haben, mit der ich Waisenkinder betreuen kann. Mein Koffer ist voll von schönen Quatsch: Seifenblasen, bunte Stifte, Aufklebtatoos etc. Ich bin gespannt.

Falls ihr helfen wollt: via paypal antonia.merz@posteo.ch, Banküberweisung: DE28120300001001317922. Es gibt keine Spendenbescheinigung und keine süssen Bilder von elternlosen Kindern. Ich werde auch noch eine Adresse veröffentlichen, an die ihr Sachen schicken könnt, wenn ihr das lieber macht. Wünscht mir Glück.

Ein Hundeleben

Darf ich mich vorstellen? Ich bin Sälli und wohne seit 9 Tagen bei Antonia und Ali. Vorher war ich im Tierheim in Frick und davor bei einer Schweizer Familie, die mich abgegeben hat, nachdem ich grösser geworden bin. Aber: ich habe einen astreinen Stammbaum. Meine Papas kann man bis zum Anfang der Boxerzucht zurückverfolgen. Ihr dürft mich auch Principessa nennen. Aber ich hab überhaupt keine Allüren. Ich bin nett, vorsichtig, obersüss und hab inzwischen schon gelernt nicht auf das Sofa zu pieseln, mich zu setzen bevor ich Essen bekomme und nicht einfach über die Strasse zu rennen, obwohl ich die meiste Zeit ohne Leine unterwegs bin.

Antonia und Ali sind tolle Eltern. Es gibt regelmässig Essen, man geht vier Stunden am Tag mit mir Gassi. Nur dieses ewige Ballgewerfe macht mich fertig. Antonia will dauernd spielen und dann bin ich halt ein guter Hund und renne dem Ding hinterher, wenn sie es voller Begeisterung wirft. Aber eigentlich könnte sie ja auch mit sich selbst spielen. Immer diese übermotivierten Frauchen.

Zugegeben, Anna, die Aubergine und Chröttli, die Schildkröte find ich schon spannend. Ausserdem fahre ich gerne Zug, aber mit Autofahren hab ich noch so meine Probleme.

Am besten finde ich es eigentlich, wenn ich andere Hunde treffe. Egal, ob es Handtaschen sind oder Grosse. Ich bin vorsichtig mit Kindern und habe eine Heidenangst, wenn Antonia mich vor dem Geschäft anbindet. Dann denk ich immer sie kommt nie mehr zurück und lässt mich einfach sitzen, wie meine Herrchen davor. Dann zittere ich wie Espenlaub und muss mich erstmal an Antonia kuscheln, wenn ich zurückkomme.

Antonia sagt immer ich sei wie ein Baby. Ich bin ja auch erst 10 Monate alt. Ich glaube sie sagt das, weil ich Dreck mache, verspielt bin und sogar meinen eigenen Schwanz spannend finde. Aber wenigstens penn ich nachts durch. Nicht wie ein menschliches Baby. Obwohl, ich glaube, ich schnarche wie ein Holzfäller. Papa Ali zieht deswegen manchmal aus. Und ich träume auch viel. Anscheinend.

Ja, ich hoffe ihr lest das hier mit Freude. Ich schreib euch nämlich jetzt regelmässig.

Sabbernasse Grüsse

Sälli

Verbundenheit, wo bist du?

Das lezte Jahr war ein Schweres. Nicht nur für mich persönlich, sondern auch für die Menschen auf der ganzen Welt. Doch sollten wir angesichts wachsender Krisen nicht zusammenstehen, anstatt gegeneinander zu arbeiten? Ein Jahresrückblick und ein hoffentlich positives Manifest für die Zukunft.

Ich lerne ja seit neustem Persisch, weil es die Muttersprache des Mannes ist, den ich liebe. Ich habe eine wundervolle Privatlehrerin an der VHS Konstanz und darf jeden Montag eine Stunde mit ihr verbringen. So auch vor ein paar Wochen. Als ich auf den Münsterplatz trete, sehe ich diesen Baum, vollgehängt mit Gesichtern. Schönen Gesichtern, mit Mandelaugen. Männer, Frauen, ein paar Kinder sind auch darunter. Es ist das Mahnmal für die im Iran ermordeten Menschen. Ein paar haben es gewagt zu demonstrieren, im vollen Bewusstsein, dass sie dafür getötet werden können. Ein paar haben ihre Kopftücher nicht getragen und dafür wurde ihnen der Schädel eingeschlagen von der brutalen Polizei im Iran. Und ein paar, vor allen die Kinder, waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Es macht mich wütend, traurig, betroffen, rasend, dass diese Menschen sterben mussten, weil sie für etwas gekämpft haben, das für uns hier ganz selbstverständlich erscheint: Freiheit.

Aber ist es wirklich so selbstverständlich? Wenn ich den Deutschlandfunk höre oder das Interview mit Andreas Speit dann läuft es mir kalt den Rücken hinunter. Die sogenannten “Reichsbürger” waren für mich bis anhin eine Truppe von Spinnern, die tatsächlich glauben, sie könnten die Infrastruktur einer Demokratie nutzen, die sie nicht anerkennen. Mit dem was im Interview gesagt wird und mit der Tatsache, dass von Richter*innen über Kripo-Beamt*innen und Bundeswehr-Beschäftigten alles zu den Reichsbürgern gehören kann, ändert sich meine Sichtweise. Nicht nur, dass ich von der neunten bis zur 11-ten Klasse gefühlt nur erschreckende Bilder von KZs in Geschichte gesehen habe, ich habe auch wirklich daran geglaubt, dass wir aus dieser Greuel gelernt hätten. Wer kommt den auf die Idee eine Menschengruppe aufgrund ihres Glaubens zu verfolgen? Erschliesst sich mir nicht. Trotzdem sehe ich mit entsetzen, dass immer mehr Menschen unzufrieden sind mit der Staatsform in Deutschland. Das verwundert mich. Weil ich habe ganz andere Staatsformen erlebt auf meinen Reisen und ich halte unsere für halbwegs funktionstüchtig – auch wenn nicht alles erste Sahne ist. Und ich muss natürlich mal wieder sticheln: ich denke, wer sich in Deutschland jetzt darüber echauffiert, dass die Gaspreise steigen, dem muss ich sagen: du bist blöd. Ist ja nicht so, dass wir schon länger von russischem Gas abhängig gewesen wären und dass alle, die sich mit erneuerbaren Energien beschäftigen, immer wieder darauf hinweisen, dass dies die einzige Möglichkeit ist, autark zu leben. Unabhängig von dem, was den Autokraten dieser Welt grad mal wieder im Hirn rumspuckt. Sauber und nicht enkelgefährdend. Aber hey, ich bins gewohnt da auf taube Ohren zu stossen. Ich finde nur, alle, die sich beschweren, haben nicht die geringste Ahnung, wie gut sie es eigentlich haben.

In Afghanistan ist gerade der Winter hereingebrochen. Diese Bauerntölpel von Taliban sind an der Macht und die Inflation steigt rasant. Ali bekommt jeden Tag Anrufe von verzweifelten Menschen, die noch unter diesem Joch leben. Die Menschen betteln um Geld. Jeder, der sich ein wenig mit der asiatischen Kultur auskennt, weiss, dass das die letzte Karte ist, die die Menschen ziehen. Denn in ihrer Wahrnehmung berauben sie sich ihrer Würde, wenn sie um Geld fragen. Auch wenn sie es nur leihen wollen. Aber es ist bereits soweit, dass sich Mütter überlegen, ob sie Brot oder Schlaftabletten für ihre Kinder kaufen, von dem wenigen Geld, das ihnen zur Verfügung steht. Denn das Brot macht die Kinder vielleicht einmal satt, aber die Pillen lassen die Kinder in den tröstenden Schlaf sinken und das beissende Hungergefühl einmal vergessen.

Ah, ja noch zu diesem Thema: ich habe meiner weiteren Familie vor Weihnachten einen kleinen Brief geschrieben, die obige Situation geschildert und sie gebeten mir nichts ausser Geld zu schenken. Ich würde jeden Cent nach Afghanistan senden. Die gute Nachricht: es sind 1600 Euro zusammengekommen, die schlechte: eines meiner Familienmitglieder hat mir handgemachte Pralinen aus einer Manufaktur gekauft, anstatt mir das Geld dafür zu geben. Ein anderes hat mir einen dreiseitigen Brief geschrieben, in dem er mir erklärt, warum er schon lange für eine christliche Gemeinde in Afghanistan und im Iran spendet und dass er den Betrag nochmal erhöhen wird. Geld ist Geld, mir eigentlich egal, wo er es hinspendet. Aber ich habe auch drei gravierende Probleme damit: Erstens, schreibt er im Brief, dass Christen in den muslimischen Ländern extremer Verfolgung ausgesetzt seien, inklusive Folter und Vergewaltigung. Dazu kann ich nur sagen: Ach, und die anderen nicht?! Zweitens: Offeriert er mir doch an seinen christlichen Gott zu glauben. Der rettet mich nämlich. Ich verstehe das ja ein bisschen, weil in seiner freien Gemeinde gehört Missionieren zum Tagwerk. Aber ich stelle klar: ich glaube nicht an einen Gott. Ich glaube, dass es etwas Grösseres als uns gibt und ich glaube Allah ist genauso gross, wie Gott, Buddha, die hinduistischen Gottheiten, die von Naturvölkern und andrers, an was Menschen glauben. Ich halte es nicht nur für ekelhafte Arroganz zu glauben, der eigene Glaube sei der Richtige, ich finde es auch engstirnig. Manman, musste ich auf dem Weihnachtsfest viel Sekt trinken, um nicht loszubrüllen. Die dritte Aussage war nämlich, dass ich und er ja nicht die ganze Welt retten könnten. Ich dachte ja immer er könne rechnen, denn die Gleichung ist einfach: macht jede*r ein bisschen, ist allen geholfen und diese Welt wäre eine bessere. Und kommt man mir mit der überaus bequemen Wenn-ich-was-mache-bringt-das-ja-eh-nichts-Leier, dann antworte ich regelmässig: Dann lass dich doch gleich vergraben. Wer so wenig an seine Selbstwirksamkeit glaubt, lebt nicht.

Und das wiederum bringt mich zum letzten Thema, das ich hier behandeln möchte: ich war vor Kurzem im Edeka und sehe dieses Blatt:

Ich weiss, die Deutschen lieben Aushänge, aber bei diesem schiessen mir die Tränen in die Augen. Wie erbärmlich muss man denn sein, wenn man Kassenpersonal zur Sau macht? Okay, ich kann auch fies sein. Aber dann habe ich auch einen Grund – klar, in meiner Welt;) Wie kann man sich das Recht herausnehmen, seine schlechte Laune an anderen rauszulassen? Wo bleibt bitte die Erziehung, die Höflichkeit, die Menschlichkeit?

Ich wünsche mir für das neue Jahr eine einzige Sache, denn ich glaube fest daran, dass, wenn wir diese schaffen, wir auch alle anderen persönlichen oder globalen Krisen meistern: Verbundenheit. Ihr wisst schon: das Gespräch im Zug, der alten Dame den Einkaufskorb tragen, einem kleinen Knirps ein Lächeln auf Gesicht zaubern, Müll aufsammeln, den man selbst nicht in die Landschaft gepfeffert hat.

Das Ich im anderen suchen, oder mit der goldenen Regel gesprochen:

Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.

Ohne Spass. Das ist das Einzige, das uns retten kann.

Einen wundervollen Start ins neue Jahr wünsche ich euch.

Falls euch irgendwas von Obigem betroffen gemacht hat:

  • ihr könnt mir Geld paypalen unter antonia.merz@posteo.ch mit dem Betreff “Fonds Geschenk”. Ali verteilt das Geld dann gerecht.
  • ein Buchtipp, weil Verbundenheit aus Verletzlichkeit erwächst: “Verletzlichkeit macht stark” von Brené Brown.
  • wer lieber guckt: https://www.ted.com/talks/brene_brown_the_power_of_vulnerability?language=de
  • Frau – Leben – Freiheit ist der Protestspruch der iranischen Bewegung. Hier mehr dazu. Schaut auch in die weiterführenden Links.
  • Mein Lied für dieses Jahr 2023: We are the world.

Aus und zwei Neuanfänge

Was bleibt nach 10 Jahren Beziehung? Grosser Schmerz, ganz viele Erinnerungen und die Aufgabe sich neu zu erfinden. Daniel und ich haben uns vor über einem Jahr getrennt. In Freundschaft, wie man so schön sagt. Ob das gut ist für unsere jeweiligen Heilungsprozesse, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich möchte hier nicht unser Innerstes ausbreiten. Wenigstens nicht ganz. Aber es ist mir wichtig diese Erfahrung zu teilen. So wie wir auch immer alles Schöne mit euch geteilt haben. Also los.

Daniel und ich an meinem Geburtstag im Sottovoce in Winterthur

Oktober 2021: Ich stehe vor dem gepackten Lieferwagen von unserer ehemals gemeinsamen Wohnung. Ich höre Daniel bis auf die Strasse weinen. Es bricht mir das Herz. Und trotzdem muss ich diesen Weg gehen. Neue Wohnung, gleiche Stadt. Die Stadt, in die wir gemeinsam gezogen sind. Ich ziehe in meinen Städtertraum. Altes Bauernhaus mitten in der Stadt mit einer jungen Familie.

Einen Monat später. Wir sitzen beim Inder und meine Tränen tropfen in mein Palak Paneer. Daniel hält immer wieder meine Hand und versucht mich zu trösten. Ich heule trotzdem weiter und versuche dabei zu lächeln. Wie betrauert man eine verlorene Liebe?

Zwei Monate später. Ich bin bei Daniel in unserer alten Wohnung und helfe ihm die letzten Sachen zusammenzupacken. Er zieht mit einem Freund zusammen. Immernoch dieselbe Stadt. Lustigerweise wohnen Freunde von uns direkt über dieser Wohnung. All die gemeinsamen Abendessen.

Inzwischen haben es hoffentlich alle mitbekommen, dass wir nicht mehr zusammen sind. Sich all diesen Fragen, all den aufgerissen Augen, all dem Unglauben zu stellen ist zäh. Wie soll man denn erklären, warum eine Liebe geht? Weil es nicht dieselben Zukunftspläne gibt, weil weil weil. Ich verstehe, dass die Menschen, unsere Freunde, unsere Familie verstehen wollen. Aber haben sie auch verstanden, was unsere Liebe ausgemacht hat? Ich glaube kaum. Das ist etwas vom Innersten, vom Geheimsten. Etwas, dass nur die Liebenden wirklich verstehen. Fühlen. Wie erklärt man also, dass es aus ist? Wie macht man dem Gegenüber begreiflich, was so subtil, so zerbrechlich, so flüchtig ist, wie Liebe. Wir können ja nicht mal das Phänomen selbst erklären, wie soll man seine Abwesenheit erklären?

Und nebenbei bringt einen ein bestimmter Geruch, ein vertrautes Geräusch, ein aus Gewohnheit gedachter Gedanke, ein Bild im Kopf sofort völlig aus der Fassung. Man heult im Zug, man kämpft mit den Tränen, wenn man ein Eis holt, man fühlt sich so verletzlich wie ein Scampi ohne Schale. Und niemand kann einem helfen diesen Schmerz zu lindern. Man hofft auf die Zeit. Man macht die Dinge weiter, von denen man denkt, dass man sie mag. Aber irgendwie macht alles keinen Sinn. Tränen beim Wäsche aufhängen, weil man nach 10 Jahren nur noch seine eigenen Unterhosen aufhängt. Tränen beim selten gewordenen Kochen, weil man wieder viel zu viel für eine Person gekocht hat und wieder die ganze Woche davon essen muss.

Und dann: wir beide finden eine neue Liebe. Wieder Zweifel. Haben wir uns die letzten Jahre etwas vorgemacht? War das alles Gewohnheit? Alles nicken, lächeln und weiter? Soll man es nicht nochmal probieren? Was will man zurückholen? Etwas, das es nicht mehr gibt. Aber so schön gewohnt war. So bequem, so lustig, so smooth. Man muss sich der Realität stellen: wir sind nicht mehr die Menschen, die sich einmal ineinander verliebt haben. Wir sind andere. Und wir passen deswegen einfach nicht mehr zusammen. Nicht als Paar. Wir können einander nicht mehr geben, was wir brauchen, um uns, um unsere Beziehung weiterzuentwickeln. Es ist wie gegen eine Mauer zu fahren. Alles anders. Und man denkt das ist das Ende. Alles umsonst, alles was wir uns erschaffe haben, liegt in Scherben.

Langsam, ganz langsam heult man sich abends nicht mehr in den Schlaf. Erwischt eine Erinnerung einen nicht mehr kalt. Man kann wieder lächeln. Es gibt auch mal wieder andere Gesprächsthemen als die Trennung. Man kann sich wieder auf seine Arbeit konzentrieren, anstatt teilnahmslos auf den Bildschirm zu starren. Man nimmt wieder Teil am Leben. Nur noch manchmal trifft einen die Warum-Frage. Und sie wird schwächer.

Ich für meinen Teil habe eine radikale Veränderung gebraucht. Raus aus der WG, rein ins Paarleben. Dorf statt Stadt. Ruhe statt Rummel. Alle neu. Neustart. Ich hab mal irgendwo gelesen: aus den Scherben meines Lebens baue ich eine Discokugel. Ich tanze unter ihr. Bin glücklich. Und versöhnt. Daniel und ich haben wunderbare Zeiten erlebt, viel voneinander und miteinander gelernt. Aber jetzt ist einfach etwas anderes dran.

Und das Tandem? Das steht noch im Keller unserer alten, gemeinsamen Wohnung. Illegal! Wir haben entschlossen es zu verkaufen – oder doch nicht? Auch das ein sichtbares Überbleibsel unserer Beziehung. Und es gibt noch eines: Mein Buch »Ein Paar, ein Tandem und 15.000 km bis nach Indonesien«. Es erscheint am 22. März 2023 im Goldmann Verlag und ich erfülle mir damit einen Lebenstraum: ein Buch schreiben. Punkt.

Was bleibt also? Ein Tandem, ein Buch und hoffentlich irgendwann eine Freundschaft.

Danke Daniel.

Falls ihr das Buch erstehen wollt, könnt ihr es vorbestellen. Am besten beim Verlag direkt. Dann weiss ich nämlich wieviele bereits bestellt sind. Im Moment sind es 800. Nicht schlecht für einen Erstling, finde ich. Jipi.

Ansonsten möchten wir euch ans Herz legen zu eurer/m Buchhändler*in eures Vertrauens zu gehen und das Ding zu kaufen. Ich liebe all diese Buchliebhaber, die kaum was verdienen, aber dir jedes Buch nacherzählen können. Der Kauf über Amazon ist verboten. Ich konnte den Verlag nicht überreden es nicht auch dort anzubieten, aber ich finde den Verein einfach zum Kotzen. So.

Keep rollin´

Manchmal fühlt sich das Leben an, als würde man feststecken. Zum Beispiel im Lockdown. Mir hilft es dann die Perspektive zu wechseln. Also entweder einen Handstand machen oder – wenn ich mehr Zeit habe – eine Reise zu unternehmen. Die kann ich mit mir allein machen oder Daniel und das Tandem fragen, ob sie Lust auf ein Abenteuer haben. Zum Glück lautet die Antwort meistens. Ja! Und so rollen wir los.

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Lovely Luxemburg

Gianni grinst mich spitzbübisch an. Ich kann zwar nur seine Augen sehen, weil eine Maske seine restliche Mimik verdeckt, doch trotzdem kann ich mir für einen Moment den jungen Gianni im geschichtsträchtigen Carlton, Luxemburg vorstellen. Concierge, über alle Skandale informiert, stets diskret – und immer darauf bedacht, dass sich seine Gäste willkommen fühlen.

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