{"id":5472,"date":"2022-12-16T12:16:00","date_gmt":"2022-12-16T11:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wanderwonder.de\/?p=5472"},"modified":"2022-12-14T08:09:10","modified_gmt":"2022-12-14T07:09:10","slug":"aus-und-zwei-neuanfaenge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wanderwonder.de\/en\/2022\/12\/16\/aus-und-zwei-neuanfaenge\/","title":{"rendered":"Aus und zwei Neuanf\u00e4nge"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bleibt nach 10 Jahren Beziehung? Grosser Schmerz, ganz viele Erinnerungen und die Aufgabe sich neu zu erfinden. Daniel und ich haben uns vor \u00fcber einem Jahr getrennt. In Freundschaft, wie man so sch\u00f6n sagt. Ob das gut ist f\u00fcr unsere jeweiligen Heilungsprozesse, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich m\u00f6chte hier nicht unser Innerstes ausbreiten. Wenigstens nicht ganz. Aber es ist mir wichtig diese Erfahrung zu teilen. So wie wir auch immer alles Sch\u00f6ne mit euch geteilt haben. Also los.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"620\" height=\"466\" data-attachment-id=\"5473\" data-permalink=\"https:\/\/wanderwonder.de\/en\/2022\/12\/16\/aus-und-zwei-neuanfaenge\/22_12_12_sottovoce\/#main\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/wanderwonder.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/22_12_12_Sottovoce-scaled.jpg?fit=2560%2C1922&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2560,1922\" data-comments-opened=\"0\" data-image-title=\"22_12_12_Sottovoce\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/wanderwonder.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/22_12_12_Sottovoce-scaled.jpg?fit=620%2C466&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wanderwonder.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/22_12_12_Sottovoce.jpg?resize=620%2C466&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-5473\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wanderwonder.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/22_12_12_Sottovoce-scaled.jpg?resize=1024%2C769&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/wanderwonder.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/22_12_12_Sottovoce-scaled.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wanderwonder.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/22_12_12_Sottovoce-scaled.jpg?resize=1536%2C1153&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/wanderwonder.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/22_12_12_Sottovoce-scaled.jpg?resize=2048%2C1538&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/wanderwonder.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/22_12_12_Sottovoce-scaled.jpg?resize=506%2C380&amp;ssl=1 506w, https:\/\/i0.wp.com\/wanderwonder.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/22_12_12_Sottovoce-scaled.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https:\/\/i0.wp.com\/wanderwonder.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/22_12_12_Sottovoce-scaled.jpg?w=1860&amp;ssl=1 1860w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Daniel und ich an meinem Geburtstag im Sottovoce in Winterthur<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oktober 2021: Ich stehe vor dem gepackten Lieferwagen von unserer ehemals gemeinsamen Wohnung. Ich h\u00f6re Daniel bis auf die Strasse weinen. Es bricht mir das Herz. Und trotzdem muss ich diesen Weg gehen. Neue Wohnung, gleiche Stadt. Die Stadt, in die wir gemeinsam gezogen sind. Ich ziehe in meinen St\u00e4dtertraum. Altes Bauernhaus mitten in der Stadt mit einer jungen Familie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen Monat sp\u00e4ter. Wir sitzen beim Inder und meine Tr\u00e4nen tropfen in mein Palak Paneer. Daniel h\u00e4lt immer wieder meine Hand und versucht mich zu tr\u00f6sten. Ich heule trotzdem weiter und versuche dabei zu l\u00e4cheln. Wie betrauert man eine verlorene Liebe?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Monate sp\u00e4ter. Ich bin bei Daniel in unserer alten Wohnung und helfe ihm die letzten Sachen zusammenzupacken. Er zieht mit einem Freund zusammen. Immernoch dieselbe Stadt. Lustigerweise wohnen Freunde von uns direkt \u00fcber dieser Wohnung. All die gemeinsamen Abendessen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen haben es hoffentlich alle mitbekommen, dass wir nicht mehr zusammen sind. Sich all diesen Fragen, all den aufgerissen Augen, all dem Unglauben zu stellen ist z\u00e4h. Wie soll man denn erkl\u00e4ren, warum eine Liebe geht? Weil es nicht dieselben Zukunftspl\u00e4ne gibt, weil weil weil. Ich verstehe, dass die Menschen, unsere Freunde, unsere Familie verstehen wollen. Aber haben sie auch verstanden, was unsere Liebe ausgemacht hat? Ich glaube kaum. Das ist etwas vom Innersten, vom Geheimsten. Etwas, dass nur die Liebenden wirklich verstehen. F\u00fchlen. Wie erkl\u00e4rt man also, dass es aus ist? Wie macht man dem Gegen\u00fcber begreiflich, was so subtil, so zerbrechlich, so fl\u00fcchtig ist, wie Liebe. Wir k\u00f6nnen ja nicht mal das Ph\u00e4nomen selbst erkl\u00e4ren, wie soll man seine Abwesenheit erkl\u00e4ren?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nebenbei bringt einen ein bestimmter Geruch, ein vertrautes Ger\u00e4usch, ein aus Gewohnheit gedachter Gedanke, ein Bild im Kopf sofort v\u00f6llig aus der Fassung. Man heult im Zug, man k\u00e4mpft mit den Tr\u00e4nen, wenn man ein Eis holt, man f\u00fchlt sich so verletzlich wie ein Scampi ohne Schale. Und niemand kann einem helfen diesen Schmerz zu lindern. Man hofft auf die Zeit. Man macht die Dinge weiter, von denen man denkt, dass man sie mag. Aber irgendwie macht alles keinen Sinn. Tr\u00e4nen beim W\u00e4sche aufh\u00e4ngen, weil man nach 10 Jahren nur noch seine eigenen Unterhosen aufh\u00e4ngt. Tr\u00e4nen beim selten gewordenen Kochen, weil man wieder viel zu viel f\u00fcr eine Person gekocht hat und wieder die ganze Woche davon essen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann: wir beide finden eine neue Liebe. Wieder Zweifel. Haben wir uns die letzten Jahre etwas vorgemacht? War das alles Gewohnheit? Alles nicken, l\u00e4cheln und weiter? Soll man es nicht nochmal probieren? Was will man zur\u00fcckholen? Etwas, das es nicht mehr gibt. Aber so sch\u00f6n gewohnt war. So bequem, so lustig, so smooth. Man muss sich der Realit\u00e4t stellen: wir sind nicht mehr die Menschen, die sich einmal ineinander verliebt haben. Wir sind andere. Und wir passen deswegen einfach nicht mehr zusammen. Nicht als Paar. Wir k\u00f6nnen einander nicht mehr geben, was wir brauchen, um uns, um unsere Beziehung weiterzuentwickeln. Es ist wie gegen eine Mauer zu fahren. Alles anders. Und man denkt das ist das Ende. Alles umsonst, alles was wir uns erschaffe haben, liegt in Scherben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Langsam, ganz langsam heult man sich abends nicht mehr in den Schlaf. Erwischt eine Erinnerung einen nicht mehr kalt. Man kann wieder l\u00e4cheln. Es gibt auch mal wieder andere Gespr\u00e4chsthemen als die Trennung. Man kann sich wieder auf seine Arbeit konzentrieren, anstatt teilnahmslos auf den Bildschirm zu starren. Man nimmt wieder Teil am Leben. Nur noch manchmal trifft einen die Warum-Frage. Und sie wird schw\u00e4cher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich f\u00fcr meinen Teil habe eine radikale Ver\u00e4nderung gebraucht. Raus aus der WG, rein ins Paarleben. Dorf statt Stadt. Ruhe statt Rummel. Alle neu. Neustart. Ich hab mal irgendwo gelesen: aus den Scherben meines Lebens baue ich eine Discokugel. Ich tanze unter ihr. Bin gl\u00fccklich. Und vers\u00f6hnt. Daniel und ich haben wunderbare Zeiten erlebt, viel voneinander und miteinander gelernt. Aber jetzt ist einfach etwas anderes dran.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das Tandem? Das steht noch im Keller unserer alten, gemeinsamen Wohnung. Illegal! Wir haben entschlossen es zu verkaufen &#8211; oder doch nicht? Auch das ein sichtbares \u00dcberbleibsel unserer Beziehung. Und es gibt noch eines: Mein Buch <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.penguinrandomhouse.de\/Paperback\/Ein-Paar-ein-Tandem-und-15-000-km-nach-Indonesien\/Antonia-Merz\/Goldmann\/e597505.rhd\" target=\"_blank\">\u00bbEin Paar, ein Tandem und&nbsp;15.000&nbsp;km bis nach Indonesien\u00ab<\/a>. Es erscheint am 22. M\u00e4rz 2023 im Goldmann Verlag und ich erf\u00fclle mir damit einen Lebenstraum: ein Buch schreiben. Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bleibt also? Ein Tandem, ein Buch und hoffentlich irgendwann eine Freundschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danke Daniel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Falls ihr das Buch erstehen wollt, k\u00f6nnt ihr es vorbestellen. Am besten beim Verlag direkt. Dann weiss ich n\u00e4mlich wieviele bereits bestellt sind. Im Moment sind es 800. Nicht schlecht f\u00fcr einen Erstling, finde ich. Jipi.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ansonsten m\u00f6chten wir euch ans Herz legen zu eurer\/m Buchh\u00e4ndler*in eures Vertrauens zu gehen und das Ding zu kaufen. Ich liebe all diese Buchliebhaber, die kaum was verdienen, aber dir jedes Buch nacherz\u00e4hlen k\u00f6nnen. Der Kauf \u00fcber Amazon ist verboten. Ich konnte den Verlag nicht \u00fcberreden es nicht auch dort anzubieten, aber ich finde den Verein einfach zum Kotzen. So. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was bleibt nach 10 Jahren Beziehung? 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